CDU Stadtverband Bocholt

Politik für Senioren

Die Bocholter CDU betrachtet die Gestaltung des demographischen Wandels in unserer Stadt als wichtige Zukunftsaufgabe. Deshalb wird der CDU-Stadtverband (im Rahmen des von ihm erstellten Demographieberichts) an die CDU-Fraktion herantreten, Anfragen oder Anträge zu unterschiedlichen Schwerpunktthemen zu formulieren.
Mit Blick auf den dritten Lebensabschnitt wird häufig der Eindruck erweckt, es handele sich bei älteren Menschen vorrangig um Pflegebedürftige, die primär als gesellschaftliche Last anzusehen sind. Dieser Eindruck ist irreführend und denunziert die Senioren, denn die behauptete Abnahme der Leistungsfähigkeit älterer Menschen ist kein Naturgesetz; im Gegenteil: Die Menschen werden durchschnittlich bei immer besserer Gesundheit älter. Die Bocholter CDU fordert daher eine differenzierte Sicht des Alterns und des Alters.

Gerade im Hinblick auf den prognostizierten Fachkräftemangel, sind die Bocholter Unternehmen zukünftig verstärkt auf die älteren Mitarbeiter/innen angewiesen. Es ist Aufgabe der Sozialpartner, geeignete Arbeitsbedingungen für Menschen im höheren Lebensalter zu gewährleisten. Eine Schlüsselrolle für deren Beschäftigungsfähigkeit spielt in diesem Zusammenhang die Weiterbildung. Hierzu muss in den nächsten Jahren die Infrastruktur für lebenslanges Lernen für ältere wie für jüngere Menschen ausgebaut werden. Wir fordern die Stadt Bocholt auf, diesen Prozess dem demographischen Wandel anzupassen und mit den entsprechenden Rahmenbedingungen zu begleiten.

Die Zahl der Haushalte in Bocholt wächst noch an. Unter anderem bestimmt der Lebensabschnitt den Anspruch an Wohn- und Wohnungsqualitäten. Hiermit wird auch das "Wohnen im Alter" zu einer Herausforderung an den Wohnungsmarkt. Notwendig sind Mehrgenerationenwohnungen, betreutes Wohnen zuhause, barrierefreie Wohnungen; Siedlungsgemeinschaften etc. Welche Wohnangebote (insbesondere auch als Alternative zu den herkömmlichen Alten- und Pflegeheimen) sollen in Bocholt geschaffen werden, die für die unterschiedlichsten Bedürfnisse von älteren Menschen besonders geeignet sind?

Wie stellt die Verwaltung sicher, die Bedarfe und Nachfragen nach Wohnungen nicht nur quantitativ, sondern vor allem differenziert und qualitativ zu betrachten? Anhand welcher Kriterien wird entschieden, in welchen Wohnbezirken gezielte Investitionen zu einer bedarfsgerechten Umstrukturierung, Aufwertung und Ergänzung des Wohnungsbestandes führen? Die CDU fordert die Verwaltung auf, die Planungsschritte detailliert und zeitnah der Politik vorzulegen und insbesondere auch sicherzustellen, den Bürgerinnen und Bürgern effektive Mitsprache bei der Gestaltung der jeweiligen Wohngebiete zu ermöglichen!

Für die alten und sehr alten Menschen brauchen wir in Bocholt ein funktionierendes Gemeinwesen. Engagierte, die helfen, und zwar ganz praktisch bei der Bewältigung der täglich anstehenden Aufgaben (Einkaufen, Behördengänge, kleine Reparaturen etc.)! Ohne Bürgersinn und ehrenamtliches Engagement sind viele Herausforderungen des demographischen Wandels nicht zu schaffen. Wir fordern die Verwaltung auf, geeignete Instrumente zu erarbeiten, mit denen Bürgerinnen und Bürger ermuntert werden, ihre soziale Energie für das Gemeinwesen einzusetzen. Verwaltungsvorschriften und andere Regelungen müssen zeitnah so überarbeitet werden, dass die Einsatzbereitschaft der Menschen für Andere (gerade in einer älter werdenden Gesellschaft) erleichtert wird. Hier besteht die große Chance, wieder mehr Solidarität und Zusammenhalt zu stiften!

Wie kann die Verwaltung dafür Sorge tragen, dass in Bocholt der starke Anstieg pflegebedürftiger Menschen (im Jahre 2020, werden 70 Prozent aller Pflegebedürftigen älter als 80 Jahre sein) nachhaltig in einer tragfähige Pflegestruktur, die den einzelnen Menschen (in seiner umfassenden Würde) in den Mittelpunkt rückt, sichergestellt wird? Die CDU fordert, dass pflegebedürftige Menschen so lange wie möglich ein selbstbestimmtes Leben in ihrer vertrauten Umgebung und den eigenen sozialen Beziehungen führen können. Deshalb hat die häusliche Pflege für uns Vorrang vor der Pflege im Heim. Wie sehen die Planungen der Verwaltung dafür aus?