CDU Stadtverband Bocholt

Sparkasse kauft Hertie-Haus

Betonklotz wird abgerissen/Geldinstitut verlegt seinen Hauptsitz vom Marktplatz zum Neutorplatz

Bocholt. Die Verträge sind gestern Mittag unterschrieben worden: Die Stadtsparkasse kauft das alte Hertie-Haus. Sie will den Waschbetonklotz abreißen und auf dem Gelände einen Wohn- und Geschäftskomplex errichten. Einen Teil des Neubaus möchte die Sparkasse dann selbst als neuen Hauptsitz nutzen, der Rest soll vermarktet werden.
Hertie-GebäudeHertie-Gebäude
 Nach der Insolvenz von Karstadt/Hertie steht das Gebäude am Neutorplatz seit über vier Jahren leer. Immer wieder gab es Versuche, eine Nachfolgelösung zu finden. Immer wieder scheiterten sie am Geld. Einige Hertie-geschädigte Städte dachten über eine Enteignung nach, andere Städte (wie Bocholt) strengten eine Zwangsversteigerung an. Der Bocholter Termin wäre am 7. August gewesen, doch er wird jetzt abgesagt.

Seit fast 60 Jahren sitzt die Sparkasse mit ihrer Zentrale am Markt. Inzwischen arbeiten allein in dieser Hauptstelle rund 150 Mitarbeiter. „Die Raumkapazitäten sind ausgeschöpft“, sagt Sparkassenchef Karl-Heinz Bollmann. Auch das Gebäude selbst sei in die Jahre gekommen, es bestehe „erheblicher Renovierungsbedarf“. Bollmann fasst zusammen: „Die Grenze ist erreicht. Hier geht nichts mehr.“ Seit einem Jahr liebäugelt die Sparkasse deshalb mit dem Hertie-Gelände. Gestern kaufte sie das 10000-Quadratmeter-Areal. Es sei vereinbart worden, den Preis nicht zu nennen, sagt Bollmann. Nach BBV-Informationen soll es sich um einen Betrag von etwa sechs bis sieben Millionen Euro handeln.

Wie der Sparkassenchef sagt, wird das alte Gebäude abgerissen. Auf Basis der Masterplan-Vorschläge der Stadtverwaltung wolle die Sparkasse einen Neubau errichten und zum Teil selbst als neue Zentrale nutzen. Es werde eine Mischung aus Einzelhandel, Wohnen und Gewerbe geben. Auch zur Aa hin solle sich das Gebäude öffnen. Für detaillierte Pläne sei es aber noch zu früh. Auch der Umzug zum Neutorplatz werde noch dauern. Die Sparkasse rechnet damit, dass der Neubau in vier bis fünf Jahren fertig ist.

Für die Stadtentwicklung sei wichtig, so Bollmann, dass jetzt das Eigentumsrecht „nicht in Frankfurt liegt“. Vorstandskollege Joachim Schüling spricht deshalb von einer „Bocholter Lösung“.

So nennt es auch Bürgermeister Peter Nebelo in einer ersten Stellungnahme. Das Ganze sei „sehr erfreulich“, auch weil die Sparkasse „ganz eng“ mit der Stadt zusammenarbeiten wolle. Freude auch bei Wirtschaftsförderer Ludger Dieckhues: „Es ist eine lokale Lösung, die Chancen für die Innenstadt mitbringt.“