Schulentwicklung in Bocholt
Im Dezember 2010 gab es eine Vorlage zum Bau des Schulgebäudes durch die EWIBO. Im Rat wurde Vertagung beantragt, da die Vorlage sehr dürftig ausgefallen war und so nicht akzeptabel ist. Juli 2011 kommt eine neue Vorlage, der Rat beschließt den Bau des Schulgebäudes einschl. Mensa am Benölkenplatz.
Im Januar wird ein erster Bericht der GEBIT zum Schulentwicklungsplan vorgelegt, kein Hinweis darauf, dass das Georgs-Gymnasium 4-zügig werden muss.
Im März, es sind inzwischen weitere 9 Monate vergangen, erfolgt Info an die Politik, es gibt eine Einigung mit dem Kreis zur Erweiterung des Gebäudes um Klassenräume für das Berufskolleg.
Die Entscheidung wird auf Antrag der SPD vertagt.
Wenn die Erweiterung für das Berufskolleg erfolgt, gibt es die Möglichkeit dieses Gebäude zusätzlich um einen 4. Zug für das Gymnasium zu erweitern.
Der Verwaltungsvorstandes fordert das Gebäude um einen 4. Zug für das Georgs-Gymnasiums zu erweitern, Investitionsvolumen zusätzlich 4,7 Mio €.
In zwei Gesprächen mit dem Verwaltungsvorstand und den Fraktionsvorsitzenden konnte keine Einigung erzielt werden.
Es folgte eine Info an die Presse, Inhalt 4. Zug ist erforderlich bei gleichzeitigem Rückbau des Marien-Gymnasiums von 3 auf 4 Züge, die Schulkonferenz des Marien-Gymnasiums wehrt sich öffentlich gegen diese Vorgehensweise. Lt. Schulgesetz ist eine Beteiligung der Schulkonferenz erforderlich.
Warum erfolgte keine Abstimmung mit der Schulkonferenz?
Am 15.5. erhalten wir die Stellungnahme der GEBIT zum 4. Zug Georgs, Rückführung des Marien-Gymnasiums auf 3 Züge und Errichtung einer Gesamtschule in Rhede.
Zum Thema Georgs- und Mariengymnasium gibt es eine Fußnote, dass die Errichtung einer Gesamtschule in Rhede nicht berücksichtigt ist.
In Rhede gibt es seit Jahren Bestrebungen ein eigenes Gymnasium zu errichten, es war doch allen klar, dass bei der jetzigen Möglichkeit in Rhede eine Gesamtschule eingerichtet wird, vermutlich auch in Hamminkeln
Am 21.5. erhalten wir eine erneute Stellungnahme der GEBIT zum 4. Zug Georgs-Gymnasium.
Diese Stellungnahme enthält viele Annahmen und ist daher überwiegend im Konjunktiv abgefasst.
Nicht berücksichtigt ist, dass weitere Bocholter Gymnasien im nächsten Schuljahr nachmittags Projekte und Arbeitsgemeinschaften anbieten, damit ist auch eine verlässliche Betreuung am Nachmittag gesichert.
In der Ratsvorlage gibt der Bürgermeister teilweise die Begründung, warum ein 4. Zug nicht der richtige Weg ist.
Es heißt in der Vorlage:
„Der Druck der Eltern in eine verbindliche Ganztagsbetreuung wurde durch die Verkürzung der Gymnasialschulzeit auf 8 Jahre noch gesteigert“.
Herr Bürgermeister, eine verlässliche Ganztagsbetreuung wird auch von den anderen Gymnasien angeboten.
Weiterhin wird ausgeführt:
“Veränderte gesellschaftliche Anforderungen an die Schule wie auch an die neuen Lehr- und Lernkonzepte erfordern derzeit bundesweit die Umwandlung der Halbtagsschule in eine
Ganztagsschule.Es wird vermutlich nur noch wenige Jahre dauern, bis auch in Deutschland die Ausnahme zum Regelfall wird“.
Diese Aussage teilen wir, allerdings nicht die Schlussforderung daraus.
Wenn sich der Trend zur Ganztagsschule bestätigt und weiter zunehmen wird, reicht ein 4. Zug am Georgs-Gymnasium nicht aus.
Die Antwort auf diese Entwicklung kann nur sein, dass ein weiteres Gymnasium den Ganztag anbieten muss.
Diese Entwicklung und die Anmeldezahlen müssen wir beobachten und rechtzeitig reagieren
Mit der Erweiterung des Georgs-Gymnasiums um einen 4. Zug würden wir die finanziellen Möglichkeiten der Stadt ein weiteres Gymnasium für den Ganztag einzurichten im doppelten Sinn des Wortes verbauen.
In den letzten Jahren sind in Bocholter Gymnasien 2-stellige Millionenbeträge investiert worden, erforderliche Änderungen für den Ganztag an einem dieser Gymnasien würden vermutlich weit weniger finanzielle Mittel erfordern, als die Einrichtung eines 4. Zuges am Georgs-Gymnasium.
Wenn wir die letzten Jahre betrachten, dann hat es immer wieder veränderte Anmeldezahlen an den Bocholter Gymnasien gegeben.
Wir können nicht immer den veränderten Zahlen hinterher bauen, hier ist ein Steuerungsverfahren erforderlich, welches sowohl den Elternwillen als auch die räumlichen Kapazitäten der Schulen berücksichtigt.
In den letzten Gesprächen mit dem Verwaltungsvorstand habe ich gefordert einen Gesamtplan vorzulegen, der sowohl die Schulform als auch die räumlichen Kapazitäten aller weiterführenden Schulen beinhaltet. Berücksichtigt werden müssen auch die frei werdenden Kapazitäten durch die Reduzierung der Jahrgänge von 9 auf 8.
Das war im Grunde auch unsere Erwartung an das GEBIT-Gutachten
Wenn sie, Herr Bürgermeister ohne Gesamtplan den 4. Zug des Georgs-Gymnasiums gegen die Meinung des Schuldezernenten durchsetzen wollen und zur Chefsache machen, dann sollten sie auch für das angerichtrete Chaos die Verantwortung übernehmen.
Mit Radlader und Bagger kann man ein Gebäude abreißen, aber nicht errichten.