Bocholt braucht Neubauflächen
„Ein unterdurchschnittliches Angebot trifft auf eine überdurchschnittliche Nachfrage in allen Bereichen des Wohnungsbaus“ erklärte Hösing bei der Vorstellung der Ergebnisse des Arbeitskreises im Stadtverbandsvorstand.
Jedoch werden nicht nur neue Flächen benötigt, für die eine teure, neue Infrastruktur erst noch geschaffen werden muss. Es gilt auch, Lücken in Beständen zu beseitigen sowie Nahverdichtung und Bestandsumbauten zu fördern. Es könnten zu sanierende Wohneinheiten geteilt werden, Einfamilienhäuser könnten in kleine vermietbare Einheiten umgewandelt werden, ggf. lässt sich so auch Mehrgenerationswohnen fördern.
Dennoch braucht Bocholt weiterhin einen angemessenen Ausweis von Flächen für den Wohnungsbau, damit der Bedarf nicht aus dem Umland abgedeckt wird und die Bevölkerung sich nicht stärker als erwartet rückläufig entwickelt. Der Regionalplan Münsterland geht zwar von einem Bevölkerungsrückgang in der Stadt Bocholt von 1% bis 5% bis zum Jahr 2025 aus. Zeitgleich wird aber die Anzahl der Haushalte als wichtige Größe für die Nachfrage nach Wohnungen um bis zu 5% steigen, eine Entwicklung, der nur durch angemessene Neubauflächen begegnet werden kann, wenn man ein weiteres Schrumpfen der Bevölkerung durch Abwanderung in angrenzende Kommunen verhindern will. Wenn es bei der Zuweisung deutlich weniger Flächen für die Stadt Bocholt verbleibt, wird sich das Stadtentwicklungskonzept nicht umsetzen lassen, welches eigentlich durch ein attraktives Baulandangebot gezielt ein günstiges Klima zur Bindung junger Familien schaffen wollte.