CDU Stadtverband Bocholt

Bewusstsein stärken – Generationengerecht handeln!

Ein Kommentar zu Bocholt-spart.de von Dominik Lehmkuhl

Ich bin 22 Jahre, studiere Wirtschaftsrecht an einer exzellent ausgestatten Hochschule, genieße gar den Luxus eines eigenen Autos, kleide mich meinem Alter entsprechend modisch. Ist mir nach Büchern, gehe ich in die öffentlichen Bibliotheken, ist mir nach Sport gehe ich schwimmen. Man möchte sagen, es könnte mir schlechter gehen.
Wenn ich nach dem Studium in einem festen Arbeitsverhältnis bin und einige Jahre gearbeitet habe, möchte ich in einem schönen Wohngebiet in Bocholt ein Haus bauen, einen Baum pflanzen und eine Familie gründen – der konservative Traum-. Meine Kinder sollen erst in einen farbenfrohen Kindergarten und anschließend auf eine gut ausgestattete Schule gehen, einen Sportverein besuchen und die Natur im Bocholter Umland genießen. Mir ist bewusst, dass die Grundlage dieses geplanten Lebensweges nicht ich selbst gelegt habe bzw. haben werde, es war die Generation meiner Großeltern und Eltern, die für dieses soziale Fundament Verantwortlich ist. Dafür bin ich dankbar!
Zur Wahrheit gehört aber auch, dass viele Teile dieses Fundaments durch Kredite bezahlt worden sind, Kredite die irgendwann, irgendwo, irgendwie bezahlt werden müssen.

Der soziale Standart der heutigen Zeit wird wahrscheinlich abnehmen, die Frage der wir uns aber stellen müssen, ist an welcher Stelle wir bereit sind den Standart aufzugeben.
Meine Generation wird morgen Verantwortung für das Schuldenerbe tragen und ich zweifle ernsthaft, ob dieses Erbe zu schultern sein wird. Daher appelliere ich an jeden der Verantwortung in diesem Land trägt seine Entscheidungen mit Blick auf die Generationengerechtigkeit der Haushaltspolitik zu treffen.
Dabei meine ich nicht nur die Politik. Ich möchte vor allem die Bürgerinnen und Bürger ansprechen. Das Volk muss den Sparwillen wollen, dann wird die Politik auch danach handeln. Heute können wir noch selbst entscheiden, wie wir die Schulden bezahlen, morgen oder übermorgen vielleicht nicht mehr.
Infrastruktur stärken, Glasfaserkabel für jeden Haushalt, freie Kindergärten für Alle, Steuersenkungen, Gebührensenkungen und vieles mehr sind Begrifflichkeiten, die aus allen politischen Richtungen gerade in Wahlkämpfen immer wieder hochkommen.
Vorschläge die zweifelsohne hervorragend gut klingen, aber auch hervorragend viel kosten. Ich Zweifel nicht an, dass es Projekte gibt, die Standorte stärken, für sichere Arbeitsplätze sorgen und ihren Beitrag zum Erhalt des sozialen Fundaments beitragen. Aber sie dürfen nicht weiter als Rechtfertigung für Schulden herhalten.
Der nächste Wahlkampf kommt bestimmt und wir werden viele teuere Forderungen wiederfinden, daher ist es wichtig außerhalb und innerhalb von Wahlkämpfen deutlich zu machen, dass die sozialste Politik diejenige ist die das Schuldenerbe wenigstens nicht weiter wachsen lässt.
Aus meiner Sicht, die eines jungen Menschen mit konkreten Zielen, ist es frivol, dass Kämmerer und Finanzminister in Bund und Ländern es als Erfolg verkaufen, weniger neue Schulden zu machen. Man muss sagen wie es ist, um das Bewusstsein zu stärken:

Wir machen immer noch neue Schulden…

Weniger neue Schulden sind nicht weniger Schulden, aber das muss das erklärte Ziel aller Parteien sein, auch wenn es weh tut. 
Die jungen Menschen meiner Generation und ich möchten auch in Zukunft in einem Bocholt leben, in dem es möglich ist Ziele und Träume zu verwirklichen, in dem auch die Kinder zukünftiger Generationen annähernd den Standart genießen dürfen den wir heute (er)leben.

Vielleicht bin ich naiv, wenn ich sage, ich träume von einem schuldenfreien Bocholt, doch nehmen wir dies als Maßstab, werden wir vielleicht endlich die Einschnitte wagen, die unser Haushalt braucht.

Ihr Vorstandsmitglied der CDU Bocholt

Dominik Lehmkuhl