Der CDU-Stadtverband Bocholt befürwortet die freiwillige Wiedereinführung des amtlichen Kfz-Kennzeichens „BOH“ für die Stadt Bocholt. Nach den Gebietsreformen der siebziger Jahre wurde das alte Kennzeichen „BOH“ durch das kreisweite Kennzeichen „BOR“ für Borken ersetzt. Viele Einwohner Bocholts bedauerten damals -wie heute- den Wegfall des „eigenen“ Kennzeichens, welches für jede Stadt ein besonderes Identifikationsmerkmal ist.
„Wir wollen den Bürgern ein Stück Identifikation zurückgeben und sie als Bocholter mit BOH-Kennzeichen Botschafter unserer Stadt in Deutschland und Europa sein lassen“ erklärte der CDU-Vorsitzende Helmut Eing anlässlich einer Beratung zu diesem Thema.
Kreisangehörige Städte ohne eigenes Kennzeichen gelten in der öffentlichen Meinung als klein, unbedeutend und provinziell; alles Attribute, die auf Bocholt eben nicht zutreffen. Das eigene Kennzeichen hat einen hohen Stellenwert und ist eine Marke für Bocholt. Dieses gilt insbesondere auch für Gewerbetreibende mit Eigenwerbung auf Fahrzeugen, denn das „BOH“ auf dem Nummernschild dokumentiert die Zugehörigkeit eines Betriebes zu einer wirtschaftlich starken Stadt mit individuellem Charakter und nicht zu einem anonymen Punkt auf der Landkarte „irgendwo im Kreis Borken“.
Die „Heilbronner Initiative Kennzeichenliberalisierung“ hat bereits bundesweit Umfragen in 80 Städten durchgeführt, die in den letzten Jahrzehnten zu den „Kennzeichenverlierern“ zählten, unter anderem auch in Bocholt (das BBV berichtete). Rund 73 Prozent der Befragten in Kommunen, die auf ihr altes Kennzeichen im Rahmen einer Gebietsreform verzichten mussten, wollen es nun wieder zurück.
Die Durchsetzung dieses Vorhabens erscheint auch nicht unrealistisch, da die Rückkehr zu den alten Kennzeichen mit mehr Lokalkolorit bereits in anderen Bundesländern –die Entscheidung über die Kennzeichenvergabe ist Landessache- beabsichtigt ist bzw. praktiziert wird (Hessen, Saarland, Thüringen, Sachsen). Die CDU Bocholt befürwortet die Umsetzung, um der Stadt auf Deutschlands Straßen künftig ein eigenes Gesicht zu verschaffen.
Björn Priebe
Pressereferent